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Dienstag, 16. Dezember 2014

Cyberpunk-Lesung als Gesamtkunstwerk (Gastbeitrag von Marc Späni)




Cyberpunk-Lesung als Gesamtkunstwerk 

Lesungen in Second Life haben es in sich. Da kann es schon mal passieren, dass man nach gelungenem Teleport zum nächsten Bühnenbild durch eine ungeschickte Bewegung über den Rand des Veranstaltungsraumes hinaus tritt und in einen künstlichen Ozean stürzt. Der Fehltritt, der sich gestern Abend ereignete, erwies sich allerdings insofern als Glücksfall, als ich erst beim Versuch, fliegend zur Lesung zurückzufinden, den ganzen Umfang des Bühnenbildes richtig wahrnahm – ein Meisterwerk von Barlok Barbosa, einem grandiosen Grafik-Künstler, der schon frühere Lesungen der „Brennenden Buchstaben“ inszeniert hat! 



(Die Location kann noch eine Weile besucht werden: SLURL:http://maps.secondlife.com/secondlife/Kreativdorf/152/164/2507)

Was gestern an der Live-Lesung „Tiefraumphasen“ geboten wurde, geht in vielerlei Hinsicht weit über die klassische Autorenlesung hinaus: Der Zuhörer wird zum Zu-Schauer, steht im Bühnenbild – das aus einer ganze Raumflotte besteht! –, Auge in Auge mit dem zum Maschinenmenschen mutierten Ich-Erzähler. Der Zuschauerraum wird zur Bühne, die Lesung zum Tableau Vivant.




Eine packende Geschichte, gut gelesen, eine perfekte Organisation und eine hervorragende Inszenierung – ein großes Kompliment den „Brennenden Buchstaben“, die hinter der Organisation der Lesung stehen, dem Autor Thorsten Küper und den beteiligten Künstlern Frederic Brake, Markus Gersting, Bernhard Giersche, Michael Iwoleit, Bernhard LeSton – und Barlok Barbosa, der sich wie immer ganz bescheiden im Hintergrund hielt.











Es ist erstaunlich und auch schade, dass die Möglichkeiten von Second Life von anderen literarischen Genres weitgehend ignoriert werden. Warum nicht für einmal Patrick Modiani in einem virtuellen Pariser Hotelzimmer, im Moulin Rouge oder in der Banlieue hören, oder – um zum Schluss noch einen Textverweis aus „Der Hummer vor den Toren“ aufzugreifen – Kafkas „Verwandlung“ vom Sofa im Wohnzimmer der Familie Samsa aus erleben?

(Marc Späni)
Bildrechte beim Verfasser.


Sonntag, 14. Dezember 2014

Tiefraumphasen - Hummer vor den Toren SF live in #SL


Tiefraumphasen - Hummer vor den Toren SF live in #SL

So war es angekündigt:

"Morgen Abend geht unsere szenische Lesung mit den Stimmen von Frederic Brake, Markus Gersting, Bernhard Giersche, Michael Iwoleit und Bernar LeSton über die Bühne, oder besser gesagt Bühnen. Barlok Barbosa hat für uns mal eben eine komplette Raumflotte an den Himmel gehängt. Und wir werden uns während der Lesung von Schiff zu Schiff und damit von Bühnbild zu Bühnenbild bewegen. Aber keine Sorge, wir unterstützen Euch dabei.
Ihr seid eingeladen, Euch in eurem besten Raumpiraten-Outfit selbst zu einem Teil der Crew zu machen.
Die Lesung findet per Voice statt. Folgt einfach den Anweisungen des Hummers, um der Veranstaltung zu folgen."


Um es vorweg zu nehmen:
eine ausgezeichnete Leistung von allen Beteiligten!

Eine spannende und aussagestarke Story, teils auch mit durchaus harten Szenen, die dann durch den sarkastisch - lapidaren Tonfall des Hummers als Ich - Erzähler sicherlich noch an Schrecken gewannen.
Aber - ich weiß ich wiederhole mich - derlei hatte eine Funktion, war nicht Selbstzweck.
Es gibt ja - andernorts - durchaus "Werke" die sich handlungstechnisch um ein paar Grausamkeiten und Schockmomente herum winden und nahezu nur aus diesen ihre "Substanz" ziehen.

Über die Aussage hinter der Geschichte könnte man entweder sehr viel sagen (und auch in Teilen darüber diskutieren) - oder lieber gar nix. Und da man für Nichtanwesendgewesene, die es vielleicht noch später lesen wollen, ja auch nicht spoilern soll - lassen wir es dabei.

Wunderbar und eindrucksvoll die Kostüme der szenisch lesenden Protagonisten, nahezu perfekt der Ablauf, grandios die umfassenden Gestaltungen der Szenerien - und auch der Wechsel der locations lief für das Publikum reibungslos.
Im Weltall hört Dich zwar niemand schreien ... aber trotzdem kann man wohl sicher sein, dass niemand unterwegs verloren ging. Ziemlich.
Gut besucht war das Ereignis auf jeden Fall bis zum Schluss!

Auch das geneigte Publikum war teils im adäquaten "dresscode" (der aber nicht Pflicht war) erschienen. Sehr schön.

Ich habe eine Menge Bilder gemacht - da ich anfangs 2 x crashte, allerdings viele davon dann vorsichtshalber mit dem Handy vom Monitor.

Ich hoffe es ist nicht zu gewöhnungsbedürftig und man erkennt dennoch das eine oder andere.

Free und full perm, wie immer. Vergrößern durch Klick!

MfG
BukTom Bloch 
P.S:
Bitte auch diesen Gastkommentar zum Thema beachten, es lohnt sich:
http://buktomblog.blogspot.de/2014/12/cyberpunk-lesung-als-gesamtkunstwerk.html